Pressemitteilung Chemnitz, 03.08.2026


Lasst uns gemeinsam den Selbstmord vorbereiten …

 

Am 6. August und 9. August 1945 wurden auf Hiroshima und Nagasaki zum bislang einzigen Mal Atombomben eingesetzt – ohne jede militärstrategische Bedeutung. Es starben über 100.000 Menschen sofort, viele Tausende an den Folgen radioaktiver Strahlung über Jahre danach, nahezu ausschließlich Zivilisten und vom japanischen faschistischen Regime festgehaltene Zwangsarbeiter. Über Jahrzehnte wurden Krüppel geboren.

So begann das ‚Atomzeitalter‘. Atomkraftwerke zur Energiegewinnung gab es noch nicht, aber Bomben. Eine einzige Demonstration der Stärke unter Missachtung jeden Lebensrechtes und Rache für Pearl Habor 1941. In diesen Städten wird jährlich der Opfer gedacht.

Viele Bürgermeister weltweit sind in der Initiative „Majors for Peace“ vereinigt und wollen den Frieden auf lokaler Ebene fördern. Sie werden nicht müde, auch in Ansehung der jüngsten Entwicklung zu Aufrüstung und Militarisierung im NATO-/ EU-Raum mahnend aufzutreten.

Wir alle, unabhängig von parteipolitischer oder religiöser Ausrichtung, sind gut beraten, am jährlichen Gedenken dieser Ereignisse festzuhalten, zu mahnen und für Frieden und Völkerverständigung einzutreten.

Die BSW-Fraktion Chemnitz stellt sich wie die Gesamtpartei dieser Erinnerungs- und Mahnungsaufgabe und streitet um Alternativen zum gegenwärtigen Kurs von Aufrüstung und Militarisierung. Auch kommunalpolitisch muss mehr für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung getan werden. Sie zeigte dies schon zum TAG DER BEFREIUNG des deutschen Volkes vom selbstgewählten verbrecherischen Faschismus am 8. Mai und zum 22. Juni, dem Datum des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die damalige Sowjetunion.

Insbesondere in einer Zeit, da die Friedensdiplomatie keine ernsthaften Fürsprecher unter den Staatslenkern des transatlantischen Bündnisses zu haben scheint, wollen wir an die Lehren der Geschichte erinnern.

Städtepartnerschaften aktiv betreiben ist ein Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung. Chemnitz ist da mit 12 Städtepartnerschaften gut dabei, allerdings ideologisch einseitig. Es ist richtig mit Städten in Staaten, die das Völkerrecht mit Füßen treten, wie Israel in Gaza oder die USA schon mehr als 70 Jahre lang in verschiedenen Regionen des Erdballs, zuletzt in Venezuela und Iran, die Beziehungen aufrechtzuerhalten. Denn, man darf hier in David Bowies poetische Aufrüttlung einstimmen, „This is not America“ (1985, Reagan-Ära).

Genauso richtig aber wäre es eben auch mit Wolgograd, wo die Beziehungen mit Blick auf den Ukraine-Krieg eingestellt wurden.

Hat Chemnitz` Oberbürgermeister Sven Schulze sich schon aktiv bei „Majors for Peace“ eingebracht oder sind wir über politische Worthülsen noch nicht hinaus? Symbolisches Flagge-hissen ist jedenfalls zu wenig. Wird er da sein, wenn die Chemnitzer Friedensinitiativen am 08.08.2026 ihre Mahnwache zur Erinnerung an die Atombombenabwürfe am Johannisplatz im Stadtzentrum abhält? Auf den Straßenbahnen der stadteigenen CVAG in Chemnitz wird für die Bundeswehr geworben. Eine Friedenstaube, ein Peace-Zeichen sucht man vergeblich. Werbung für Tötungs-‘Handwerk’ und ‘Mordstruppen‘ statt Frieden!

Nicht wenige und sich täglich mehrende Stimmen in der ganzen Welt sehen eine hohe Kriegsgefahr in Europa. Im Atomwaffenzeitalter kann es aber keine Sieger geben. Die Eskalation der Waffen wäre nicht aufzuhalten. Aber die führenden EU-Staaten in Tatgemeinschaft mit den USA wollen offenkundig diesen Krieg, denn Friedensdiplomatie gibt es von ihnen nicht. Es ist wieder ‘Kalter Krieg‘ und ganz nah am heißen. Man ist an Albert Schweitzers Worte erinnert: „Wo es sich um Atomwaffen handelt, kann kein Volk zu seinem Gegner sagen: „Nun sollen die Waffen entscheiden” , sondern nur: „Nun wollen wir miteinander Selbstmord begehen, indem wir uns gegenseitig vernichten.”“

Die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit den Bürgermeistern sollten sich auf ihr Grundinteresse einigen und aktiv werden in der Öffentlichkeit: Wenn Städte, Kommunen keine militärischen Ziele sind, gibt es keinen Krieg. Am 1. September, zum Weltfriedenstag, wäre eine Gelegenheit.

 

Ralf Becker

BSW-Stadtrat

Copyright © 2026. Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.