Pressemitteilung Chemnitz, 05.08.2025
Graffiti in Chemnitz – ein Ärgernis und Kostenfaktor
Sicher haben Sie sich auch schon oft über die Schmierereien geärgert. Sie verschandeln unser Stadtbild. Dabei bleibt keine Fläche verschont. Fassaden, Laternen, Straßen- und Verkehrsschilder, selbst Bäume und tatsächliche Kunstwerke und Denkmale müssen für Schriftzüge und Kritzeleien herhalten. Besonders ärgert es mich an den Häusern im Wohngebiet und an neuen Kunstwerken, wie am Südbahnhof, dem geretteten Viadukt, dem Fußgängertunnel an der Annaberger-Straße oder dem „Don Quijote-Bild“ an der Ritterstraße. Offensichtlich wurde von der Banksy-Ausstellung in der Markthalle nix gelernt – da konnte man sehen, wie Bilder im öffentlichen Raum wirken könnten.
Aber es ist eben nicht nur ärgerlich und verschandelt das Stadtbild, sondern es kostet auch richtig Geld. Auf meine initiierte Anfrage an die Stadtverwaltung wurde geantwortet, daß allein Tiefbau- und Gebäudemanagement des Hochbauamtes im Zeitraum Januar 2024 bis Ende Juni 2025 mehr als 20.000 € für die Beseitigung der Schmierereien berappen mussten.
Für das Grünflächenamt konnten keine Angaben gemacht werden, da die Schäden zu kleinteilig sind und nur bedingt entfernt werden können, wenn man an Bänke, Papierkörbe und Bäume denkt. Private Eigentümer und Firmen werden nicht erfasst. Wie groß der finanzielle Schaden ist, lässt sich nur erahnen, wenn man mit offenem Blick durch die Straßen unserer Stadt geht.
Offensichtlich reichen die positiven Ansätze Graffiti zu verhindern noch nicht aus. Tatsächliche Angebote für solche Kunstwerke im öffentlichen Raum sind vorhanden und es gibt entsprechende Projekte, auf die Bürgermeister Knut Kunze in seiner Antwort dankenswerter Weise verwies.
Doch wir sollten uns damit nicht begnügen und gemeinsam mit Anwohnern, Hausbesitzern, Firmen und der Stadtverwaltung klarstellen, dass wir es uns nicht gefallen lassen wollen, dass unsere Straßen und Plätze derart verschandelt werden.
Enrico Hilbert
BSW Fraktion im Chemnitzer Stadtrat
