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Pressemitteilung Chemnitz, 17.06.2026


Gedenken anlässlich des kriegerischen Überfalls auf die Sowjetunion vor 85 Jahren


85 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion erinnert die BSW-Fraktion Chemnitz gemeinsam mit der Friedensinitiative Chemnitz am Montag, dem 22. Juni 2026, um 15:00 Uhr auf dem Friedensplatz am Technischen Rathaus an die Millionen Opfer des faschistischen Vernichtungskrieges der Deutschen Wehrmacht. Insbesondere erinnern wir an die bleibende historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den Völkern Osteuropas. Zugleich fordern wir verstärkte diplomatische Initiativen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine und für eine neue europäische Friedensordnung. Ein erster Schritt auf kommunaler Ebene sollte die Wiederaufnahme der ruhenden Städtepartnerschaft zu Wolgograd sein.
An der Stahlplastik „Reliquie Mensch“ von Michael Morgner auf dem Friedensplatz wird die BSW-Fraktion im Chemnitzer Stadtrat gemeinsam mit der Friedensinitiative Chemnitz Blumen ablegen und eine Gedenkstunde abhalten. Stadtrat und MdL Nico Rudolph und ein Vertreter der Friedensinitiative Chemnitz werden zum historischen Ereignis, dessen Folgen und zu Schlussfolgerungen für die Gegenwart sprechen. Ein Vertreter der Russischen Botschaft in Berlin wird ebenfalls vor Ort sein.
Der Ort wurde bewusst gewählt, ist doch der Friedensplatz einer der zentralen Orte in Chemnitz mit Bezug zum Thema Krieg und Frieden. Morgners menschliche Gestalt erscheint hier als Angstfigur, die sich zeitgleich aufrichtet und beugt, unterwegs auf den Linien, Wegen und Windungen, die das Leben zeichnet. Der Mensch steht im Mittelpunkt von Morgners Werken. Zu markanten Chiffren stilisiert, entfalten seine Menschenbilder eine Kraft zwischen Aufbäumen und Einsinken, dem schicksalhaften Hineingeworfensein in die Welt und dem Drang, ihr zu entfliehen. Genau die Situation, der die Menschen der Völker der Sowjetunion mit Beginn des Krieges ausgesetzt waren.
Die Folgen des 2. Weltkrieges musste die Stadt Chemnitz und deren Bevölkerung am 5. März 1945 erfahren. Dieses Ereignis kollektiver Prägung und die daraus gewachsene Städtepartnerschaft zu Wolgograd (ehemals Stalingrad) sind nur zwei Gründe für die Bewahrung der Erinnerung an dieses schreckliche Ereignis – dem Beginn des verbrecherischen Krieges unter dem Decknamen Plan Barbarossa.
Am 22. Juni 1941 begann mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion einer der verheerendsten Abschnitte des Zweiten Weltkriegs. Er war von einer rassistischen Ideologie geprägt und als Eroberungs- und Vernichtungskrieg angelegt. Millionen Menschen wurden entrechtet, vertrieben, versklavt oder ermordet. Allein in der Sowjetunion verloren etwa 27 Millionen Menschen ihr Leben. Millionen sowjetische Kriegsgefangene starben in deutscher Gefangenschaft an Hunger, Kälte, Krankheiten und Zwangsarbeit. Zugleich weitete sich mit dem Krieg der nationalsozialistische Vernichtungsfeldzug gegen die jüdische Bevölkerung Osteuropas aus. Die Erinnerung an diese Verbrechen bleibt eine Verpflichtung für Deutschland. Sie gelte den Menschen in Russland, der Ukraine, Belarus sowie den weiteren Staaten der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropas, die unter Krieg, Besatzung und Gewalt gelitten haben.
Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Krieges in der Ukraine warnen die BSW-Fraktion und die Friedensinitiative vor einer weiteren Eskalation. Der Angriff Russlands auf die Ukraine vor viereinhalb Jahren hat zu einem verheerenden Stellungskrieg und einem Verlust an Vertrauen geführt, aus dem kein militärischer Ausweg erkennbar ist.
Wir fordern daher die Bundesregierung, den Freistaat Sachsen und die Bürgermeister aller Städte und Kommunen dringend auf, ihre Möglichkeiten zu nutzen – sei es im Deutschen Städte- und Gemeindebund, im Sächsischen Landtag, im Bundesrat – diplomatische Initiativen anzustoßen und diplomatische Bemühungen auf allen Ebenen, sowohl in Bund und Land als auch Kommunen - deutlich zu verstärken.

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