Pressemitteilung Chemnitz, 21.04.2026
Vakante Kulturhauptstadt 2025?
Schon in der Haushaltsdebatte zur weiteren Umsetzung der Konsolidierungsmaßnahmen stellte sich die Frage, was Chemnitz im sogenannten Legacy-Prozess von der „Kulturhauptstadt Europas 2025“ wird verstetigen können. Die fünf Theater der Städtische Theater Chemnitz hatten im Kulturhauptstadtjahr einen wesentlichen Beitrag geleistet. Hier wurde deutlich wie selten, wie sehr Chemnitz eine intakte Theaterlandschaft braucht!
Seit Jahren ist das Schauspielhaus in der Interimslösung Spinnbau. Es gab öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu den Möglichkeiten, wieder zu einem respektablen Haus zu kommen. Alle waren mit sehr viel Investitionsgeld verbunden. Niemand hatte bisher die Anzahl der bespielten Bühnen in Frage gestellt. Ein Neubau des Schauspielhauses zeichnete sich als unumgänglich ab. Als kostengünstigste, wirtschaftlichste und künstlerisch wertvollste Variante wurde sowohl aus Sicht der Bauverwaltung wie der Leitungen der Theater und des Betriebsrates der Theater der Neubau im Spinnbau gesehen.
Umso unverständlicher ist es, dass nun die Verwaltung plötzlich bei der Planung der Mittel aus dem Bundessondervermögen Infrastruktur das Projekt Schauspielhaus nicht in der bisher diskutierten Dimension fortführen will, sondern den SPD-Vorschlag zur Zusammenlegung der Bühnen verfolgt, um Investitionskosten zu sparen. Plötzlich tauchen in der Liste als Prioritäten vor dem Schauspielhaus Projekte auf, die noch nicht in der öffentlichen Debatte waren. Wollen hier Mehrheitsfraktionen ihre Lobbyprojekte durchsetzen ohne Rücksicht auf eine durch Verständigung ausgewogene Mittelverwendung? Oder wollen sie gar einen Bildungs- und Kulturniedergang einleiten?
Es ist nicht nachvollziehbar, wie die Verwaltung auf der Grundlage informeller Äußerungen aus Stadtratsfraktionen einen bestehenden Debatten-Stand mit einer Vorlage derart kippen will.
Die BSW-Fraktion bleibt bei ihrer für den Theater-Neubau am Standort Spinnbau in der Altchemnitzer Straße.
Und weiterhin bleiben wir ebenfalls bei der Forderung einer vertrauensvollen, kooperativ ausgerichteten Zusammenarbeit mit der Verwaltung und ihrer politischen Führung und dringen darauf, dass die Stimmen der Vertreter vom Theater und des -fördervereins ernst genommen werden. Es muss eine zukünftige Lösung für ein Schauspielhaus und das Opernhaus gefunden werden, aber nicht auf diese Art. Es bleibt viel zu tun hinsichtlich demokratisch-kooperativer Arbeitsweisen!
