Eine schöne Sache – Erweiterungsbau der Kooperationsschule eingeweiht.
Leitbild – der Einrichtung:
„Jedes Kind kann und will lernen, aber jedes lernt auf seine Weise. Unser Ziel ist es, die Interessen, Stärken und Begabungen eines jeden zu fördern, das vorhandene Wissen der Kinder und Jugendlichen zu differenzieren und zu erweitern, sowie die natürliche Neugier und Freude am Leben und Lernen aufrechtzuerhalten. Dafür schaffen wir eine differenzierte und attraktive Lernumgebung bspw. durch Lernformen wie Werkstätte und Lernbüros. Individuelles Lernen ist dabei eingebettet in die Gemeinschaft.“
Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel wurde der Erweiterungsbau der Kooperationsschule in Chemnitz eingeweiht. Eine schöne Sache für die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, die heute da gemeinsam lehren und lernen sowie jene Generationen, die in Zukunft an dieser besonderen Schule im Herzen der Stadt für viele Jahre gemeinsam ihren Alltag verbringen werden, im Austausch wachsen und sich entwickeln und die bald die Geschicke unseres Landes mit prägen werden.
Beschrieben ist der Bau so: „Bei dem Erweiterungsneubau handelt es sich um ein zweigeschossiges, auf Pfählen stehendes Objekt, das die Schule um acht Klassen- und vier Gruppenräume sowie Treppen- und Sanitärräume mit barrierefreiem WC erweitert. Der Zugang im Hof ist mit einem Aufzug ausgestattet, sodass von dort aus alle Etagen des Neubaus und des bestehenden Gebäudes barrierefrei erreichbar sind. Der neue Anbau ist Teil umfassender Baumaßnahmen, um den Schulstandort an der Brauhausstraße für die Kooperationsschule Chemnitz zu ertüchtigen, nachdem für diese ein neues Schulgebäude am Standort Planitzwiese finanziell nicht mehr umsetzbar war. Neben dem Erweiterungsneubau und der Modernisierung des Altbaus einschließlich der Freianlagen werden im dritten Abschnitt die Freianlagen denkmalgerecht überarbeitet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 10,6 Millionen Euro. Die Sächsische Aufbaubank bewilligte Fördermittel in Höhe von 5,3 Millionen Euro.“ (Quelle: Stadt Chemnitz)
Fragen bleiben jedoch offen und noch ist nicht der Punkt erreicht, der, natürlich nur relativ, sorgenfrei Grundlage für die weitere Entwicklung der Schule sein kann. In den Gesprächen mit dem Verein „Gute Schule“ und Vertretern des Lehrerkollektiv sowie aus eigener Anschauung zur Situation sind weitere Problemlagen anzugehen, neudeutsch zeitnah und vernünftig zu lösen.
Zum einen und am dringlichsten scheint die Korrektur der Schulbezirksbindung – hier sollte es, dem Charakter des Models entsprechend, endlich den Beschluß geben, wenigstens für einen Zug der Schule, sie bietet aktuell zweizügig Unterricht, die Bindung an den Schulbezirk aufzuheben.
Auch Denkmalschutz kann irrsinnig und unvernünftig sein, denn mit Sicherheit löst der Anbau, so schön und praktisch er ist, nicht das Platzproblem der Schule. Dabei gibt es Räume, die nun einem anderen Zweck zugeführt werden können. Das Flucht-Treppenhaus, nach der Wende angebaut, bietet dringlichst benötigten Platz für Pausen, Freizeit und als Rückzugsmöglichkeit. Nur darf dieser nicht stehen bleiben und muß weichen, mit viel Geld errichtet, mit viel Geld nun vernichtet – um eine Innenhofansicht zu schaffen im Sinne des Denkmalschutzes. Dies wirkt so absurd und ist Verschwendung von Ressourcen und Werten, die wir uns schlichtweg nicht leisten können. Muß das jetzt sein? Kann man das nicht auf später verschieben, wenn andere Probleme gelöst sind? Die Schule braucht einen würdigen Speisesaal, eine funktionsfähige moderne Turnhalle und vielleicht eine Aula – was sie gerade nicht braucht ist eine sinnlose Abrißbaustelle! Hilfe aus der Politik ist dabei nicht zu erwarten, hier können sich nur die Betroffenen zur Wehr setzen, die jedoch wiederum von der Politik abhängig sind.
Auch der Schutz des Geschaffenen sollte uns am Herzen liegen, so sehen die Bestimmungen um das Denkmal vor, daß es keine Umzäunung geben darf sowie hohe Auflagen für den Ausbau der Freiflächen, die ebenso absurd erscheinen. Noch stehen hier und da provisorische Bauzäune, die Schutz bieten. Doch die Außenfläche ist bedroht – denn ein Teil der Bewohner unserer Stadt, auch gerade im Reitbahnviertel, achtet nicht was andere geschaffen haben. Hunde verunreinigen Rasen, Fußweg, Bordstein – Hundebesitzer entsorgen die Exkremente nicht, werden dafür auch nicht belangt, Müll wird hinterlassen, auch da scheint sich keiner zu kümmern und das Umfeld ist strapaziert durch Treffpunkte, die nicht förderlich sind für Kinder und Heranwachsende. Also warum diese unsinnigen Auflagen und nicht die Suche nach Kompromissen, die auch mir wichtige Sichtachsen und das Denkmal erhalten, ganz unbedingt – die für ein sauberes kinderfreundliches Umfeld sorgen und eben sorgen für Schutz von Mensch und Bau?
Andere Problemfelder bleiben ebenso, wie für andere Bildungseinrichtungen bestehen und lassen sich aktuell auf Ebene der Stadt nicht lösen, Sicherung der Schulsozialarbeit, Schlüssel für Klassen und Betreuung, Zuwendungen durch den „Freistaat“ usw., da braucht es weiteres Engagement breiter Schichten der Gesellschaft, die die Kinder nicht auf den Schlachtfeldern zukünftiger Kriege sinnlos opfern wollen.
Vielen Dank allen Beteiligten, die sich um die Kooperationsschule in Chemnitz bemühen.
Enrico Hilbert
parteiloser Stadtrat in der BSW Fraktion



Kooperationsschule fertig sowie im Bau. Das letzte Bild zeigt das Treppenhaus mit Räumen für Kinder, welches abgerissen werden soll.
