Neue höre Gebühren für Nutzer der Städtischen Musikschule – nicht mit uns!
Unsere Musikschule hat einen guten Ruf, findet zahlreich Förderer und Unterstützer. Rund 2000 Chemnitzerinnen, Chemnitzer, Schülerinnen und Schüler aus dem Umland, auch Erwachsene, die mit Freude musizieren, haben hier ihren verläßlichen Partner gefunden. Lehrerinnen und Lehrer sind festangestellt, Konzepte lagen vor und werden entwickelt.
Leider blieb im Kulturausschuß wenig Zeit, um intensiv in die Debatte einzusteigen, wie die Musikschule der Zukunft aussehen soll.
Die Leiterin, Nancy Gibson, wurde am Abend beim unmittelbar folgenden Konzert verabschiedet, ihr gilt auch von dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön für ihr Engagement, im Rahmen ihrer Stelle und ihrem Wirken für die Menschen unserer Stadt.
Wir als Stadträte in der Fraktion des BSW sind der Auffassung, daß das aktuell vorliegende Konzept nicht der große Wurf ist, der nötig wäre, um die Institution auszubauen, eine Vision für die Zukunft aufzuzeigen. Ganz im Gegenteil rückt man von bisherigen Ideen ab. Die zweite Erhöhungen von Leihgebühren für Instrumente und den Unterricht selbst, in so kurzer Zeit, so notwendig sie für den Haushalt scheinen mögen, können wir nicht mittragen. Auch hier sollte es andere Grundlagen geben, um in Zeiten von Unsicherheit, Zerwürfnissen in der Gesellschaft, dem massiven Verlust klassischen Wissens und Fähigkeiten, unüberschaubarer Verlagerung des Lebens in virtuelle Welten, bestimmt von sogenannter künstlicher Intelligenz, etwas entgegen setzen zu können, zumal es vermutlich Menschen betrifft, die in sämtlich anderen Bereichen des Alltags mit Preissteigerungen konfrontiert sind, für die sie kaum Möglichkeiten des Ausgleichs finden.
Das Ganze scheint auch Ausdruck zu sein, für kommunale Politik mit dem Rücken zur Wand, ohne finanzielle Reserven und Spielräume, während in der Republik offensichtlich Geld für andere Dinge reichlich vorhanden ist.
Unerklärlich bleibt, warum es keine Konzepte gibt, die die Warteliste von rund 500 potentiellen Interessierten tatsächlich reduziert, neue Schülerinnen und Schüler aufzunehmen und einen Ausbau des Angebots vorsieht. Zum jeweiligen 31. Dezember des Jahres 2021 wurden 307 Wartende gezählt, 2022 waren es 493, 2023 fast gleich 494, 2024 erhöht auf 531 und 2025 461 potenzielle Schülerinnen und Schüler.
Dabei werden natürlich diejenigen nicht erfaßt, die auf einen Wartelistenplatz verzichten und sich nach Alternativen umschauen.
Lediglich einen fragwürdigen Verdrängungsprozeß von Einzel- in Gruppenunterricht anzustoßen, wie nun vorgeschlagen, scheint ein Ausdruck von Hilflosigkeit und begrenzten Möglichkeiten zu sein.
Im Übrigen, damit man es sich einmal vorstellen kann:
Auf Musikunterricht warten mehr Schüler und Schülerinnen als in den Grundschulen Euba, Klaffenbach, Kleinolbersdorf , Mittelbach und Röhrsdorf von der 1. bis 4. Klasse zusammen. Wenn es genau diese Schüler wären, wie würden Sie das den Ortsvorständen erklären? Müssen Sie ja zum Glück nicht, in den meisten Stadtteilen von Chemnitz gibt es ja keine Ortsvorstände.
Fazit: Der Vorlage kann man leider nicht zustimmen.
Enrico Hilbert
parteiloser Stadtrat in der BSW-Fraktion
PS:
In den Stadtratsdebatten gibt es immer wieder Versuche von Stadträten der Parteien in Einheit „Linke“, B90/Grüne SPD und CDU/FDP, beschädigend zur Person Stellung zu nehmen. Auf die Inhalte geht man dabei nicht ein, verwieß darauf in diesem Fall, daß es ja eine Arbeitsgruppe gegeben habe, an der sich jeder Stadtrat beteiligen könnte.
Folgende Fakten zur Arbeitsgruppe: Im Mai 2025 wurde in einer Sitzung des Kulturausschusses mündlich zu dieser Arbeitsgruppe eingeladen. Daraufhin blieben Rückmeldungen durch die Räte zur Teilnahme aus, so daß man seitens der Verwaltung fernmündlich via Telefonanrufe einzelne, nicht alle Räte des zuständigen Ausschusses, um Teilnahme gebeten hatte. Unsere Vertreter erreichte kein Anruf. Nachweißlich wurde das Thema bis zur empfehlenden Beschlußfassung nicht wieder bemüht – soweit zu Transparenz und Zusammenarbeit.
Leider hat dieses Vorgehen Methode, während sich die Vertreter der CDU und B90/Grüne im Rat damit zurückhalten, sind die anderen Beteiligten der Parteien in Einheit forsch im Austeilen von persönlicher Kritik und Diffamierung anderer Stadträte. Überheblich, arrogant versuchen sie die Integrität derer zu beschädigen, die nicht ihr Parteibuch besitzen und andere Auffassungen vertreten.
Dies schließt ein, daß deren Vertreter munter aus nichtöffentlichen Sitzungen berichten, wie sich die „Mißliebigen“ verhalten haben, letztens war Dr. Dringenberg solcher unwürdigen, nicht konstruktiven Kritik ausgesetzt. Auch während der Beiträge von nicht zugehörigen Vertretern der Parteien in Einheit während der Stadtratssitzungen oder in den Ausschüssen ist das Verhalten unanständig und kaum förderlich für einen Diskurs in gegenseitiger Achtung und zur Orientierung an Inhalten der Tagesordnung.
Rede gehalten am 01.07.2026 im Stadtrat Chemnitz

