Rat fragt nach: Deal – Deal – Kaufhof-Deal
(Deal: [zweifelhafte] Abmachung, Vereinbarung; Handel |"einen Deal mit jemandem einfädeln" a| [zweifelhaftes] Geschäft | Geschäft, bei dem mit [kleinen Mengen] Rauschgift gehandelt wird. |"ein betrügerischer Deal" |"einen Deal machen". Das Wort "Deal" hat mehrere Bedeutungen im Deutschen:
Geschäft oder Handel: Es bezieht sich auf einen Kauf oder Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Abmachung: In einem geschäftlichen Kontext kann es auch eine Vereinbarung oder einen Deal zwischen Parteien beschreiben. Kartenspiel: In einem Kartenspiel bezeichnet "Deal" die Person, die Karten austeilt.
Umgangssprache: Es kann auch in einem umgangssprachlichen Sinne verwendet werden, um eine gute Beziehung oder eine nützliche Beziehung zu beschreiben. Für weitere Informationen und Synonyme können Sie die Duden-Website besuchen.)
In örtlichen Medien gab es in der letzten Woche Aufregung um den „Kaufhof-Deal“. Das Wort, aus dem Englischen stammend, beschreibt den aktuellen Politikstil in den USA und wenn das nicht gleich klappt werden Zölle erhöht, Sanktionen ins Leben gerufen, Blockaden, Schiffe gekapert und Kriege vom Zaun gebrochen, koste es was es wolle. Partner für diesen weltweiten „Spaß“ finden sich auch, leider in unserem Heimatland.
Doch zurück zum eigentlichen Thema. Ja, Deal war schon immer die richtige Beschreibung für den Vorgang, daß Teile der Stadtverwaltung in das leerstehende Gebäude eines Kaufhauses an der Zenti ziehen.
Mit großem Druck, durch hochrangige Politikvertreter der Stadt und den steinreichen Eigentümer der Immobilie in der Öffentlichkeit forciert, insbesondere durch das Schüren von Ängsten, wurde dieser Beschluß erzeugt. Dabei wären breite Debatten nötig gewesen, vor allem um den Sinn der Maßnahme für die Innenstadt und zu den Kosten bei desolater Haushaltslage.
Doch etwas wollten die Beteiligten erreichen, was aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden ist - bei der aktuellen Debatte um Spenden für eine Partei durch den Dunstkreis um den Immobilienbesitzer Krieger - einen Deal. Die einen wollten auf schnellem Wege sicher und bequem sehr viel Geld einsacken und die anderen wollten auf schnellem Wege eine „Lösung“ für die leere Innenstadtimmobilie präsentieren.
Ein solcher Handel hat zumeist einen sprichwörtlichen Pferdefuß, in diesem sogar mehrere. Doch nur ein eventueller Fakt scheint für die Medien und sich echauffierende Stadtpolitiker, gerade der B90/Grünen interessant, nämlich, ob Stimmen vor der Abstimmung gekauft worden sind? Eine Problemlage, die vielleicht Ermittler und Gerichte klären, vielleicht aber auch nicht. Wir wissen doch in welchem wertebasierten „Ordnungsstaat“ wir leben und welches Wirtschaftssystem ihm zu Grunde liegt.
Doch die anderen Fragen werden in der Öffentlichkeit gar nicht gesellt ohne das „Korrektiv“ der freien Presse und Medienlandschaft.
Was heißt Innenstadt; welchen Raum definiert sie? Worin besteht der Unterschied zwischen der Innenstadt und den restlichen Gebieten von Chemnitz? Sollten wir unsere Stadt nicht als große Metropole mit einem Hauptzentrum und vielen kleinen Zentren verstehen? Welche Wechselbeziehungen sollen unser Leben in der Stadt kennzeichnen, gerade in der Entwicklung der gesamten Stadt? Warum soll ein Verwaltungsbau im Zentrum dieses überproportional beleben; mehr beleben als am jetzigen Standort rund 56m entfernt? Was soll aus dem mitten im Zentrum stehenden dann leeren Gebäude werden? Wieso spielt hier bei der Entscheidung die klamme Kassenlage keine Rolle?
Und:
Warum eigentlich sollte eine öffentliche Verwaltung zur Miete in ein Objekt einziehen, dessen Betreiber eine Partei oder andere Parteien finanziell unterstützen? Wo ist da Neutralität der politischen Stadtverwaltung und zukünftig der Verwaltung überhaupt? Nochmal:
Wir wissen doch in welchem wertebasierten „Ordnungsstaat“ wir leben und welches Wirtschaftssystem ihm zu Grunde liegt.
Ich finde, es gibt reichlich Grund, den Deal aufzukündigen.



